Apothekergarten

Apothekergarten der Stadt-Apotheke in Stadtprozelten


Mit einem Klick auf das Bild öffnet sich ein Übersichtsplan des Gartens

Im Garten der Familie Borgwardt am Burghang hinter der Apotheke ging am 20. März 2002 nach langanhaltenden wolkenbruchartigen Regenfällen ein Erdrutsch nieder, der alles zerstörte und eine Halde aus Erdreich, Bäumen und Büschen hinterließ. 
Apotheker Thomas Borgwardt  machte jedoch aus der Not eine Tugend und erfüllte sich nach dem 2 ⅟₂ Jahre dauernden Rückbau des Geländes und Absicherung des Hanges einen langgehegten Wunsch: Er ließ nach gründlicher Planung einen Heilpflanzen-Garten anlegen, der pünktlich zum Jubiläumsfest 650 Jahre Stadt Stadtprozelten im Juli 2005 eröffnet werden konnte.

Arzneipflanzen-Gärten haben in Deutschland und Mitteleuropa eine lange Tradition. Als herausragendes Beispiel gilt hier der Kräutergarten des Benedikter-Klosters auf der Insel Reichenau im Bodensee,  der einer der ältesten ist und bis heute noch existiert. Diesen Hortulus (lat: kleiner Garten) legte der Abt Walahfrid Strabo (808-849) um 825 n. Chr. an, lange bevor der Staufenkaiser Friedrich II. den Apothekerberuf 1241 n. Chr. aus der Wiege hob. Abt Strabo wollte – neben der medizinischen Nutzung – sicherlich einen Ort des Lernens, des Betrachtens und der Bewahrung überlieferten Wissens schaffen. So gilt der von ihm geschaffene Heilkräutergarten medizinhistorisch gesehen auch als Ausgangspunkt für die Verbreitung zahlreicher Arzneipflanzen aus dem Mittelmeerraum und dem nahen und fernen Osten, inklusive des Wissens darüber. Mit der Gründung von Universitäten übernahmen nach und nach diese die Wissensbewahrung und Fortentwicklung von den Klöstern. Meist gab es in den botanischen Gärten der Universitäten eine Abteilung, die man als hortus medicus (medizinischer Garten) bezeichnete.


 

Der Heilpflanzengarten der Stadt-Apotheke Stadtprozelten knüpft an diese Tradition an.  In 12 Beeten, die nach Anwendungsgebieten eingeteilt sind, werden über 100 verschiedene Arznei- und Gewürzkräuter  in einer Art „Open-Air-Bibliothek“  dem interessierten Besucher präsentiert. Der Apothekergarten lädt ein, Pflanzen mit allen Sinnen zu erfassen:  lauschige Ruhebänke bieten die Möglichkeit die Schönheit und den Duft der Heilkräuter auf sich wirken zu lassen, die Seele baumeln zu lassen und den Ort als Ruhepunkt in der Hektik des Alltags zu genießen. 

Die Bedeutung von Arzneipflanzen und daraus hergestellten pflanzlichen Arzneimitteln hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Mehr und mehr besinnen sich die Menschen auf verträgliche und wirksame Alternativen zu chemisch-synthetisch hergestellten Arzneimitteln. Die Flut an Informationen (teils Fehlinformationen)  über Heilkräuter und daraus hergestellte Arzneien ist in allen Medien unüberschaubar groß geworden.  Hier ist die Apotheke die Institution um kompetente Beratung einzuholen. Schon während des Universitätsstudiums ist die pharmazeutische Biologie – die Vermittlung des Wissens über pflanzliche Arzneimittel – wichtiger Bereich der Ausbildung zum Apotheker.


 

Für Apotheker Thomas Borgwardt, der seit 30 Jahren die Stadt-Apotheke in Stadtprozelten leitet, und für seine Tochter Anneli Borgwardt-Weiskopf – seit 2006 Apothekerin – war dies jedoch nicht genug, um in allen Fragen der Naturmedizin intensiv und kompetent beraten zu können. Beide vollzogen die Weiterbildung zum/zur Apotheker/in für Homöopathie und Naturheilverfahren. Herr Borgwardt schloss die Ausbildung 2005 erfolgreich ab, seine Tochter erhielt die Zusatzbezeichnung „Fachapothekerin für Homöopathie und Naturheilkunde“  im Herbst 2007.

Wir zeigen Ihnen gerne die zahlreichen Möglichkeiten auf, wie Sie Ihre gesundheitlichen Probleme auf natürliche Weise behandeln können, weisen Sie aber auch darauf hin, wenn eine solche Behandlung nicht mehr ausreichen sollte und andere Maßnahmen - zu Beispiel ein Arztbesuch – erforderlich sind.   

In der STADT-APOTHEKE Stadtprozelten können Sie sicher sein, dass Sie objektiv, kompetent und ehrlich beraten werden. Gefährlich ist es, sich auf die rein kommerziell ausgerichteten Versand- und Internet-Apotheken zu verlassen. Nicht nur weil  immer mehr gefälschte und wirkungslose Arzneimittel und Medizinprodukte über diese Schiene vermarktet werden, sondern auch weil dort keine Beratung stattfindet und wenn, dann unter dem Gesichtspunkt möglichst viel zu verkaufen.

 

Seit der Fertigstellung im Jahre 2005 wird der Stadtprozeltener  Apothekergarten insbesondere von interessierten Gruppen gerne besucht. Doch auch Einzelpersonen sind herzlich eingeladen, den Heilkräutergarten auf eigene Faust zu erkunden. Während der Öffnungszeiten liegt der Schlüssel zum Apothekergarten in der STADT-APOTHEKE bereit. Für Besuche an Wochenenden und Feiertagen, sowie für Führungen ist zuvor eine telefonische Terminvereinbarung erforderlich. Der Apothekergarten ist über den Fußweg zur Henneburg zugänglich, der rechts neben der Apotheke beginnt. Während der Frühlings- und Sommermonate ist dort ein hölzernes Hinweisschild angebracht. Schon ab März/April, wenn für Apotheker Thomas Borgwardt und seine Frau Marielene die recht aufwendige Pflege der Pflanzenbeete beginnt, blühen die ersten Heilkräuter wie Lungenkraut, Huflattich, Schlüsselblume und Adonisröschen. Besonders lohnend für einen Besuch des Gartens sind jedoch die Monate Mai, Juni und Juli wenn bei sonnigem Wetter viele Heilpflanzen in voller Blüte stehen, der Duft der Aromakräuter  in der Luft liegt und Schmetterlinge und andere Insekten die Pflanzen umtanzen.